Donnerstag, 3. Juni 2010

Russlandnews

Das erste Mal in meinem Leben verstehe ich kein einziges Wort von dem was gesprochen wird. Ich habe das erste Mal in meinem Leben einen Dolmetscher für mich. Ich wurde das erste Mal von der Polizei angehalten, weil ich 50 Km/h zu schnell gefahren bin. Sooo viele Erlebnisse müssen festgehalten werden. Ihr werdet nicht glauben was mir in den letzten Tagen alles passiert ist.

Aber alles der Reihe nach!


Ich fange mal mit dem BUJU in Erfurt an. Es war einfach der Hammer. Leute, schickt eure Teens in den Gemeinden das nächste Mal zum Buju, wenn ihr ihnen gute Erfahrungen wünscht. Das ist alles was ich euch dazu sagen kann. Ein paar Stichwörter von meinen Erfahrungen:

- Nette Menschen kennen gelernt

- Gute Gespräche gehabt

- Zeit, Freunde zu treffen

- Erholung von Verantwortung

- Der beste Straßeneinsatz meines Lebens

Dann zwei Tage Zeit in Ewersbach verbracht.
- Pause und Erh
olung

- Dolmetscher kennen gelernt.

Am Donnerstag sind wir dann nach Dresden gefahren. Endlich habe ich die Semperoper und auch die Frauenkirche gesehen. Ein Traum hat sich erfüllt.

Am nächsten Tag in aller Frühe sind wir nach Kiev (Ukraine) aufgebrochen. An der Grenze wollten sie uns gar nicht reinlassen, weil wir keine „grüne Karte“ haben. Nach einer Stunde hin und her rennen, viel Gebet, tausend Stempeln und Unterschriften und komischen 1€ Steuern, sagte Semjon: „Das erinnert mich an Asterix und
Obelix als sie den Passierschein A38 besorgen sollten und fast irre geworden sind.“ Komisch, ich dachte im selben Augenblick das Gleiche!

Na
ja im Endeffekt hat uns die „grüne Karte“ ganze 1,70€ gekostet. Ich werd verrückt. Deswegen machen die solch einen Stress.
Inzwischen war es dunkel und wir fuhren die Nacht durch. Die Straßen schlecht und ohne Kurven, kamen wir nur langsam voran. Naja, dafür wurde ich dann mitten in der Nacht von einem kleinen dicken Männchen mit einem leuchtenden Stock von der Straße geholt, der mir im nächsten Moment einen Föhn unter die Nase hielt und mir auf gebrochenem Russ-denglisch erklärte, dass ich 50 Km/h zu schnell unterwegs bin. Ich wollte in diesem Moment nicht besonders helle sein (war ja auch schon spät) und gab ihm im feinsten Hochdeutsch zu verstehen, dass ich nicht mal die Zahl auf seinem Föhn lesen kann. Jaja, die Deutschen :D

Trotzdem sollte ich mal in sein Büro kommen. Ich ging über die Straße und stieg in sein Lada ein, ein autoähnliches Beförderungsmittel aus den guten alten DDR Zeiten und bekam direkt ein Buch unter die Nase gehalten in dem wahrscheinlich die schönsten Polizeiwitze standen. Habe ich schon erwähnt dass ich die Schrift nicht lesen kann?? Naja die 500-780 habe ich dann doch verstanden. Das sollte ich bezahlen. Natürlich in Krewin, das sind so um die 50 – 78 Euro. Ich kam nicht darum herum sie zu zahlen. Ich bin zu unserem Auto zurück und habe Dennis, unseren Dolmetscher für die Fahrt Bericht erstattet. Er hat Mut, mehr Mut als mir manchmal lieb ist. Er stieg aus dem Auto aus und erklärte mir ziemlich direkt, dass ich keinen Cent zahlen werde, außerdem werde ich auch nichts unterschreiben.

Der Polizist staunte nicht schlecht, als er erfuhr, dass der Mann, der eben noch neben mir saß und seinen Mund gehalten hatte plötzlich fließend und laut Russisch sprechen konnte. Ich saß zitternd (vor Kälte und übertriebener Lust auf Schauspielerei) neben dem Polizisten im Auto und hörte gespannt der angeregten Unterhaltung zu, ich verstand immer noch nichts. Plötzlich legt der Polizist sein Klemmbrett zur Seite und scheucht mich aus dem Auto. Ich nix kapieren, wirklich. Warum muss ich nix bezahlen?? Ganz einfach: Ich bin nicht zu schnell gefahren, der Polizist war auf der Jagd nach deutschen Kennzeichen und behauptete einfach dass dort ein Schild war auf dem stand, dass man nur 40 fahren darf. Aber als Dennis das Schild sehen wollte, verlor der nette “Freund und Helfer” die Geduld und ließ mich gehen. Ich musste mich zusammenreißen, dass ich nicht auf dem Weg zum Auto vor Lachen zusammenbreche. Aber das wäre nicht so gut gekommen :D

Wow! Eine krasse Geschichte. Morgen erzähle ich weiter, wie Tom noch zwei Mal von der Polizei angehalten wurde, wie viel ER bezahlen musste, wie die größte Gemeinde in Europa mit 20.000 Gemeindemitgliedern ist und ob sich ein Besuch dorthin auch lohnt. Danke fürs Durchlesen. Über Kommentare zum Bericht freue ich mich sehr sehr sehr. Bis dann
Euer Ruben aus Saratov


2 Kommentare:

  1. Cool, freue mich bald mehr zu lesen.
    Shalom.

    Tom

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  2. mensch ruby, du erlebst sachen!!! :)
    ganz viele liebe grüße aus dem wundertollen westernwald! hehe..
    bis bald
    mari

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Über mich

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Hessen, Germany
Ich bin ein gewöhnlicher Missionar auf einer gewöhnlichen Reise, auf der aber ungewöhnliche Dinge passieren. Also ich hab mich jedenfalls noch nicht daran gewöhnt.