Montag, 4. August 2008

Zwischenzeit


Nun bin ich schon seit 5 Wochen im Praktikum der Freien evangelischen Gemeinde Rebland in Eimeldingen.
Ich sammle hier in der Gemeinde viele Erfahrungen über Struktur und Aufbau von verschiedenen Gemeinden. Genauso lerne ich aber auch viele Dinge über mich, meinen Charakter und echtes Dienen. Dies alles lerne ich vor allem beim:
- Betreuen der Jugendlichen vor Ort
- Aufbau eines neuen Jugendkreises und Jugendgottesdienstes
- Kleingruppenleitung
- Sommercampvorbereitung und Durchführung
- Allgemeine Hilfstätigkeiten
Die Schwierigkeit am Anfang –das ist von den Leitern so beabsichtigt – ist, die richtigen Menschen zu finden, von denen man etwas lernen kann. Mir wurden keine Aufgaben gegeben, stattdessen sollte ich mir selbstständig Aufgaben suchen. Mir wurde einfach ein Zeitraum zu Verfügung gestellt (11Wochen) in denen ich etwas von dieser Gemeinde lernen kann.
Da ich mir besonders die Jugendgruppe anschauen wollte, habe ich mich an die Leiterin der Jugendabteilung (Marion) gehalten. Ich habe viele Gespräche mit den Ältesten und Pastoren gehabt, in denen ich unbedingt herausfinden wollte, was die Gemeinde so außergewöhnlich macht.

Doch nach der dritten bzw. vierten Woche bin ich fast an mir selbst verzweifelt. Ich hatte mir diese Praktikumszeit anders vorgestellt. Ich dachte ich komme hier hinein und kann richtig zeigen, was ich bei Neues-Leben lerne. Aber es kam alles ganz anders.

Anstatt ich zeigen konnte, wie viel ich weiß, musste ich Bäume einpflanzen, Sachen kopieren, aufräumen und Geschirr spülen. Alles, was ich schon konnte und nicht mehr lernen wollte. Ich war kurz davor, vor Wut, alles aufzugeben. Doch leider konnte ich es den Leitern hier auch nicht richtig sagen. Darum habe ich alles in mir verborgen und versucht nicht nach außen dringen zu lassen, doch irgendwann konnte ich es nicht mehr in mir halten und es platzte so aus mir heraus.

Ich denke, dass wird die prägendste Zeit meiner Ausbildung am Neues-Leben-Seminar. Durch einige Gespräche habe ich gelernt, dass ich hier nicht bin um zu zeigen wer oder was ich bin. Meine Aufgabe ist es hier zu dienen. Nicht nur hier in dieser Gemeinde zu dienen, meine Aufgabe ist es Jesus zu dienen. Mein Praktikumschefs hatte ein kurzes Gespräch mit mir. Er zeigte mir, dass es vor allem auf das Dienen in der Gemeinde ankommt und nicht auf das bloße auf der Bühne stehen. Auf der Bühne kann jeder stehen und viele Worte machen, aber wirklich demütig einer Sache verpflichtet zu sein und sich nicht zu beschweren ist eine andere Disziplin, die es gilt zuerst zu lernen.

Ich bin froh, dass mir Gott auf eine ganz neue Art gezeigt hat, dass er einen Plan mit mir hat und ihn auch durchführen wird. Ich kann nur sagen, dass Jesus mich auf eine ganz spezielle Art berührt hat. Er hat mir diese Gemeinde gezeigt und ich weiß, dass es die einzig richtige Entscheidung war, dass ich hier her geschickt wurde.
Ich bin Gott so sehr dankbar.

Ich freu mich darauf, noch vieles zu lernen. Bis bald

1 Kommentar:

Über mich

Mein Bild
Hessen, Germany
Ich bin ein gewöhnlicher Missionar auf einer gewöhnlichen Reise, auf der aber ungewöhnliche Dinge passieren. Also ich hab mich jedenfalls noch nicht daran gewöhnt.